7. Januar 2012

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Dank der Verfilmung des Romans "Der Vulkan" von Klaus Mann geriet ich in die Exilwelt der deutsch-jüdischen Künstler in den dreißiger Jahren in Paris und wurde dabei vor allem von den Liedern mitgerissen.

Greta Keller singt "Wenn ich mir was wünschen dürfte"


Menschenskind, warum glaubst du bloß,
grade dein Schmerz, dein Leid wären riesengroß?
Wünsch‘ dir nichts, dummes Menschenkind,
Wünsche sind nur schön, solang‘ sie unerfüllbar sind. 

Wenn ich mir was wünschen dürfte,
käm‘ ich in Verlegenheit,
was ich mir denn wünschen sollte,
eine schlimme oder gute Zeit.
Wenn ich mir was wünschen dürfte,
möchte‘ ich etwas glücklich sein;
denn sobald ich gar zu glücklich wär‘
hätt‘ ich Heimweh nach dem Traurigsein. 

1. Januar 2012

Non-Anständig °4

Fast...

Deutsche Sprache ist so reich, dass:

(Filmausschnitte aus "Killing me softly")

"Du kannst mich gern danach fragen, ob ich lieber oral, anal oder minimal oder maximal Sex habe,  aber warum ich schreibe... " (Der genialste Thomas Brasch)

Thomas Brasch (19.02.1945 - 03.11.2001)

WENN ICH DICH BEGEHRE GEGEN JEDE VERNUNFT

wenn ich in dir suche meine Unterkunft
wenn ich das Sehnen und die Sucht benenn mit deinem Namen
und denke, es war gestern, als wir zu uns kamen
wenn ich in meiner Liebe ganz verfangen bin
und alle meine Wünsche wandern zu dir hin
was kann denn daran unvernünftig sein,
wenn wir nicht uns, nur der Vernunft jetzt sagen:
Bleib allein.

(Aus: Brasch, Thomas "Was ich mir wünsche - Gedichte aus Liebe")

18. Dezember 2011

Zart ist die Ewigkeit...

Ausschnitte einer Lesung im November 2011, Bochum.

18 Minuten Ewigkeit...


Bild, Stimme und Gedichte: Ann

12. Dezember 2011

Für jedes Wort

Demjenigen, den ich liebe

Für jedes Wort

Dich selbst dir zu entreißen und zu fühlen
Den warmen Händedruck, den leisen Kuss.
An dir zerschellt zu sein trotz Flut des Lebens.
Es schlägt und atmet dir gar nicht gehorchend -
Mein Herz im Stillen, wenn deins lautsilbig ruft.

12. Dezember 2011

10. Dezember 2011

Erzähle mir



* * *
Erzähle mir von meiner Zukunft,
Beschreibe mir mein Elternhaus.
Mit einer Blume anstatt Herzens
Fliegt man heraus, zur Welt der Pein.

10. Dezember 2011

Bild: Ann

6. Dezember 2011

Purpurtulpen

Für F. P.

Mit welchen Worten fangen deine Morgen an?
Aus samten Schweigen wecken dich die Blumen -
Der Mohn, mit wilder Mähne Löwenzahn
Violen, Glöckchen, Primeln, Purpurtulpen.
Mir sind die Blüten unsrer Heimat unbekannt
Und ihre Sprache nachts, wenn du mich rufest -
Sie steigt aus deinen Wünschen, kommt zu mir,
Entzündet Feuer, weilt hier über Nacht,
Wenn deine Finger im Begehren sprachlos
Meiner Seeleharfe Saiten zärtlich prüfen.

Gehöre dir, in deinen tiefen Augen brenn ich
Und du lässt mich in Unruhe entflammen.
Du küsst die Lider meiner Augen im Schlaf
Und atmest Sehnsucht im Stummen schreiend.
Berühr mein Herz, es fliegt zu dir,
Nimm mich zu dir, in deine Brust und wache
Über Gefühlen, die zum ersten Mal
Uns beide in die Unschuld brachten.

11. April 2011 (Aus einem Brief von Ann)