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31. Dezember 2015

Russische Küche und Kultur

Ein interessanter Sammelband ist an der Uni Potsdam von Norbert Franz herausgebracht worden: "Russische Küche und kulturelle Identität" (2013).
Aus der Buchbeschreibung:
"Nach sieben Jahrzehnten Sowjetunion sind die Russen in vielen ihrer Essgewohnheiten wieder zu den Traditionen der vorrevolutionären Zeit zurückgekehrt. Die Esskultur, die private wie die der Restaurants, hat wieder einen hohen Stellenwert, Kochbücher und Ratgeber in Fernsehen und Internet haben Konjunktur. Die wissenschaftliche Erforschung dieser Sparte der Kultur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Im Frühjahr 2010 fand an der Universität Potsdam die erste internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „Russische Küche und kulturelle Identität“ statt. Der vorliegende Sammelband enthält viele der dort vorgestellten Beiträge in Aufsatzform. Es sind kultur- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen zu Essen und Trinken in Russland. Untersucht werden nicht nur die Bedeutung einzelner Speisen und Zubereitungsarten und die Mahlzeit als soziales Geschehen, sondern auch der Verzicht auf Nahrung, sei es freiwillig als Fasten, sei es erzwungen als Hunger. Eine andere Gruppe von Beiträgen geht der Rolle des Essens als literarischem Motiv nach, eine weitere bildlichen Darstellungen. Auch das Trinken wird bedacht. In der Kultur durchweg klar kodiert, eignen sich Essen und Trinken ganz besonders als literarische Zeichen, die in den Werken unterschiedlichste Funktionen übernehmen können. Als Ganzes eröffnen die Beiträge erste Durchblicke in ein großes und bislang oft vernachlässigtes Forschungsgebiet." Quelle
Aus dem Kapitel "Rituale des Trinkens in der Literatur" im Literarischen Trinken von Anne Hultsch:
"Die Ukrainer essen zu jedem Glas Schnaps etwas Nahrhaftes und Intensives, Speck zum Beispiel. Die Russen essen nichts dazu, riechen nur manchmal am Brot – ihrer Ansicht nach ist es hinausgeworfenes Geld, zum Wodka etwas zu essen. Er soll nicht schmecken, sondern wirken. Und die Chance darauf ist um so größer, je weniger gegessen wird. (Andruchowytsch 2005)
Американцы наивные, черствые, бессердечные. Дружить с американцами невозможно. Водку пьют микроскопическими дозами. Все равно что из крышек от зубной пасты… (Dovlatov 2000, 104)"*
*Die Übersetzung von Anne Hultsch: „Die Amerikaner sind naiv, gefühllos, herzlos. Mit Amerikanern befreundet zu sein, ist unmöglich. Sie trinken den Vodka in mikroskopischen Dosen. Soviel wie aus dem Verschluß einer Zahnpastatube…“Quelle
Hier kann man das Buch runterladen.  
Bild-Quelle: amazon  

Die besten Trinkszenen oder besser gesagt die Betrunkenen-Szenen im Kino am Silvester kenne ich aus meiner Kindheit, und zwar zwei Fragmente aus dem sowjetischen Film "Die Ironie des Schicksals oder ... " ("Ирония судьбы, или с легким паром!"):




Mehr über die russische Küche, Rezepte und Literatur, sogar Poesie gibt es hier nachzulesen.

20. September 2008

Erdbeeren


"Drei Entzückungen"

"Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeau" 

(François Villon; Nachdichtung von Paul Zech)

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weissen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal.
Dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,

da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiss ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart,
für mich so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

(Klaus Kinski rezitierte diese Ballade unter dem Titel "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund" und benannte wortgleich auch seine Biographie aus dem Jahre 1975)
Welt: Aberglaube und echtes Wissen um die Erdbeere

[Bild von Ann]

1. Juli 2007

Thunfisch

Ich würde gerne ein völlig anderes Thema aufschlagen und mein ganz einfaches Thunfischsalat-Rezept verraten.

Zutaten: 2 Dosen Thunfisch, in eigenem Saft oder Wasser; 3-4 gekochte Eier; 4-5 mittlere saure Dill-Gurken; 2 kleine Zwiebeln oder grüner Lauch mit Zwiebeln; Mayonnaise (evtl. Mischung machen aus 1/3 Schmand und 2/3 Mayonnaise); Salz.

Zubereitung: Wasser vom Thunfisch gut abgießen lassen und das Fisch schliesslich in kleine Stücke mit der Gabel zerkleinern. Eier, Zwiebeln würfeln; Gurken würfeln und in der Hand etwas zerdrücken, damit Wasser aus Gurken „ausgewrungen“ wird und in den Salat geben. (Nach Geschmack mehr Gurken dazu geben, es hängt von der Grösse ab.) Mayonnaise (evtl. Schmand) zum Thunfisch geben, vermischen. Mit Salz abschmecken.

In den Kühlschrank stellen und ziehen lassen.
Schmeckt als Salat oder als Brotaufstrich auf dem Toast.

So kann es aussehen.


15. Juni 2007

Food for love

Sehr interessantes Rezepteblog "Kochen mit Liebe" (wenn Verliebte kochen) mit diversen guten Anleitungen, Erklärungen und Bildern:
http://www.kochen-mit-liebe.de/

Bild: http://www.kochen-mit-liebe.de/
Und einige Bücher:- Food for Love. Alles, was Sie & ihn anmacht (von Anna Cavelius, Monika Schuster)
- Erotic Drinks & Appetizers (von Marcus Taeschner)
- Erotic Food (GU for you) (von Katja Lange, Andreas Furtmayr, Brigitte Sauer)

2. Mai 2007

Sushi

Ein schönes Video, das alles rund um Sushi zeigt und wie man richtig mit den Stäbchen essen sollte.


Eine Erklärung mit den Bildern, wie man Sushi macht, und einige weitere Rezepte asiatischer Küche findet man hier.
Eine sehr interessante Seite ist ausserdem auch hier.
Sushi-Rezepte - Link.

28. Februar 2007

Russische Rezepte, Poesie und Küche totalitär

"Die russische Küche ist die einzige, bei der die Speisen unwichtig sind, sagt Wladimir Kaminer, russischer Schriftsteller in Berlin. Wichtiger sind Alkohol, Musik und Schwingen am Kronleuchter. Sein neues Buch "Küche totalitär" ist eine Anleitung für postsozialistische Orgiastik" Weiter

Die Links mit den wunderbaren russischen Rezepten und zu der russischen Küche allgemein:
http://www.russlandjournal.de/rezepte.html (zum Teil mit den Kochanleitungen in Bildern)

Hier findet Ihr leider nur eine ganz kleine Auswahl von den Rezepten, die ich in diesem Augenblick ganz schnell erhaschen konnte:










Noch eine gute Sammlung, aus welcher einige Rezepte hier entnommen wurden: http://www.russisch.com/koch/koch.php


Das Buch "Die Poesie der russischen Küche" von Tatjana Kuschtewskaja erzählt:

"Die russische Literatur und die russische Küche waren immer eng miteinander verbunden. Allen, die die russische Literatur kennen, sind die Oblomowsche Schmauserei bei Gontscharow, das Menü zur Feier des Frühjahrs bei Tschechow und die Mahlzeiten bei Tolstoj im Gedächtnis. Im Volksbewußtsein der Russen hat sich die Vorstellung erhalten, daß die vielfältige Kultur Rußlands tief in der Alltagsgeschichte der Menschen verwurzelt ist.

Nach den Zeiten der Einheitskost in sowjetischen Kantinen lebte in den 90er Jahren das Interesse an der russischen Kochkunst wieder auf. In alten Kochbüchern fanden sich wahre Schätze kulinarischer Köstlichkeiten, die ehemals in Bauernhütten, Gasthöfen, Kaufmannsvillen und Adelspalästen aufgetragen wurden. In Puschkins Bibliothek entdeckte die Autorin zwischen den Seiten eines dieser Kochbücher auf einem Blatt Papier eine verblüffende Notiz von Puschkins eigener Hand - offenbar unter dem Eindruck des Gelesenen verfaßt: »Der Magen eines aufgeklärten Menschen hat die besten Eigenschaften eines gütigen Herzens: Empfindsamkeit und Dankbarkeit.«

Die Poesie der russischen Küche lädt den Leser zu einer literarisch-kulinarischen Reise durch die Sprachlandschaften der bedeutendsten Autoren Rußlands ein und präsentiert 190 Rezepte aus der vielfältigen russischen Küche - von Suppen, Vorspeisen und Salaten über Fleischgerichte, Teigwaren und Gebäck bis zu Süßspeisen, Getränken und Aphrodisiaka." Quelle
Wunderbare Beispiele aus ihrem Buch über Pushkin, Bulgakow, Tolstoj und andere findet Ihr hier. Außerdem noch eine Leseprobe-PDF


Schließlich ist das Buch von mit der "Russendisko" berühmt gewordenem Vladimir Kaminer "Küche totalitär" als ein kostbares Stück zu erwähnen. Das Stern-Interview mit dem Autor: "Ich trinke, also esse ich".



Einleitung:
"Es gibt in Deutschland wenig Lokale, die russische Küche anbieten. Sie locken die Kundschaft mit solchen ausgefallenen Gerichten wie „Hering mit Apfel“ und „Russischspätzle“ an und viele Touristen fallen darauf rein. Aber mir können sie nichts vormachen. Ich kenne die russische Küche sehr gut, ich bin damit groß geworden und habe sie zwanzig Jahre lang ausgelöffelt - im Kindergarten, in der Schulkantine und Zuhause. Die russische Küche ist einfach und sättigend, sie besteht aus fünf Gerichten mit Variationen, die nur einem Zweck dienen: den Magen schnell zu füllen. Zum Verwöhnen war bei uns die sowjetische Küche bestimmt, dieser Gaumenkitzel des Totalitarismus. Systematisch hatte sie aus allen 15 Republiken der Sowjetunion die besten Kochrezepte rausgelutscht, ein halbes Jahrhundert lang, um alle diese Küchen zu einer zu bündeln: die scharfe kaukasische, die milchige ukrainische, die exotische asiatische, die gesunde baltische und ein Dutzend anderer dazu.
Diese Küche würde bestimmt einen großen Erfolg in Deutschland haben, wenn die Russen nicht so faul wären. Aber die Restaurants gelten hier als eine komplizierte Branche: ein gutes Lokal zu unterhalten bedeutet viel Streß und wenig Gewinn. Meine Landsleute entscheiden sich lieber für wenig Streß und noch weniger Gewinn, eröffnen Sushibars mit fertigen Küchenausstattungen aus Amerika und falschen Japanern aus Burjatien hinter dem Tresen. Nur manchmal entscheiden sie sich für ganz viel Streß mit ganz viel Gewinn, aber solche Geschäfte sind meist nicht gastronomischer Natur.
Deswegen wird die russische Küche in Deutschland in erster Linie von Deutschen gemacht, die einen Russenknall haben, eine hierzulande inzwischen weitverbreitete modische Abweichung vom mitteldeutschen Mainstream. Der Russenknall erklärt sich ganz einfach: Entweder hat die betreffende Person in Rußland studiert oder dort an einer Eisenbahnlinie mitgebaut oder hier oder dort eine Russin geheiratet.
Nicht selten treffen alle drei Gründe gleichzeitig auf die betreffende Person zu , weil Rußland nach wie vor den Gesetzten des Diamat (des dialektischen Materialismus) unterliegt. Nichts entwickelt sich dort einfach so, sondern das Eine dialektisch aus dem Anderen: Wenn ein Deutscher dort z.B. mit dem Studium anfängt, dann ist auch die Eisenbahn mit abschließender Heirat nicht weit. Fängt er dagegen bei der Eisenbahn an, dann ist ein Studium mit Heirat quasi vorprogrammiert. Egal wie es anfängt, es läuft immer auf das gleiche hinaus: man bekommt einen Russenknall
Wenn die betreffende Person nach Hause zurückkehrt, pachtet sie hier eine stadttypische Eckkneipe, dekoriert sie mit hundert Holzpuppen und Wodkaflaschen, nennt sie „ „Balalaika“, „Samowar“, oder ganz ausgefallen „Perestroika“ und läßt die Ehefrau kochen: „Bortsch“, „Pelmenis“ und „Kaliningrader Klopse“ zu Wodka – das ist die russische Küche in Deutschland.
Die echte russische Küche, mit singen und hopsen statt Klopsen findet bei uns in Berlin unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt: in einem fast schon untergründigem Lokal am Ende des Kudamms, neben einer Tankstelle und einer Brücke.
Wenn man an diesem Laden vorbei geht, sieht man nur eine alleinstehende Baracke mit geschwärzten undurchsichtigen Schaufenstern. Man würde das protzige Innere dahinter nicht vermuten. Die meiste Zeit ist der Laden zu, aber am manchen Samstag zu später Stunde wundert sich der zufällige Passant über die verschwitzten russischen Männer in schicken Anzügen und die aufgehübschten Damen in Abendkleidern, die aus dem Innern des Lokals mit lautem Lachen an die frische Luft strömen. Haben die etwa Drogen genommen? würde ein unerfahrener Beobachter rätseln. Doch der erfahrene weiß, das diese Leute von der russischen Küche gekostet haben, der einzigen Küche in der Welt, bei der die Speisen unwichtig sind.
Die Russen gehen nämlich nicht ins Restaurant, um zu essen oder zu trinken, das können sie auch zu Hause. Sie gehen aus, um zu feiern! Und dann muß alles, was sie sich zu Hause aus Sicherheitsgründen nicht trauen, erlaubt sein: es darf gesungen, gebauchtanzt, am Kronleuchter geschwungen werden.
Die wichtigste Zutat der russischen Küche ist die Laune des Kochs.
Hat er einen guten Tag, kann er einen mit Kaviar gefüllten Stör aus dem Ärmel zaubern und mit Spießen am Tisch jonglieren, Wodka schlucken und Feuer spucken. Wenn er einen schlechten Tag hat, kann es sogar noch abenteuerlicher werden. Man muß auf jeden Fall bei der russischen Küche immer alles aufessen, weil die Köche sehr nachtragend sind.
In ein solches Restaurant sollte man am besten mit irgendwelchen Russen zusammen gehen, am besten einen Tisch an der Wand nehmen, damit niemand von hinten an sie heran kommen kann, am besten vor dem Besuch irgendwo an der Ecke einen kleinen Schnaps trinken und einen Tag davor nichts essen. Dann Mut sammeln und einfach eintreten, die Menschen darin freundlich begrüßen und sich diskret räuspern. Nur wenn sie direkt vor dem Laden zehn oder mehr nagelneue schwarze BMWs stehen sehen, sollten sie nicht hingehen!
Sondern sofort auf die andere Straßenseite laufen und so tun, als wollten sie ganz wo anders essen, es aber in der nächsten Woche noch einmal versuchen. Sie können aber auch gleich bei sich zu Hause ein russisches Essen organisieren: Viel Alkohol und Salzgurken einkaufen, Freunde anrufen, die Musik laut aufdrehen, die Nachbarn einladen – fertig." Quelle

"Lach Dich satt!
Wladimir Kaminer erzählt hier von unvergesslichen Begegnungen mit der sowjetischen Küche – Rezepte inklusive!
Babuschkas, Balalaikas und der Kreml – das fällt jedem beim Stichwort Russland sofort ein. Aber wie steht es mit Chartscho, Rudelki und Lazat? Es handelt sich hierbei um kulinarische Köstlichkeiten, von denen niemand in Deutschland je gehört hat. Während andere Länder unsere Städte längst mit ihren Spezialitäten erobert haben, ist Russland ein weißer Fleck auf der Speisekarte. Wladimir Kaminer schafft hier endlich Abhilfe, denn immerhin hat er die sowjetische Küche, den Gaumenkitzel des Totalitarismus, zwanzig Jahre lang ausgelöffelt. Bei seinem Streifzug durch diese einzigartige Cuisine werden auch die einzelnen Republiken vorgestellt und ihre Historie sowie Charakteristika gewürdigt – vom gastfreundlichen Armenien bis zum waldig-versumpften Weißrussland, einer Art Naturpark mit Partisanen. Im Mittelpunkt der Geschichten steht allerdings immer eine unvergessliche Begegnung mit der jeweiligen Küche der Region. Dazu gibt es natürlich die passenden Rezepte, für deren Kochbarkeit Olga Kaminer ihre Hand ins Herdfeuer legt.
Pressestimmen:
"Kaminer lädt ein zu einer ironisch-folkloristischen Reise durch die ehemaligen Sowjetstaaten - durch Töpfe, über Teller, entlang an Tischsitten. Von "scharf-kaukasisch" bis gesund-baltisch". Eine Melange aus Landeskunde, Mentalitätsstudie, Politik und persönlichen Erlebnissen. - Hamburger Abendblatt
Quelle: Random House"
Die Termine der Lesungen zur "Küche totalitär"sind hier zu finden.

14. Januar 2007

Spontane Rosen

Spontan




Diese Blüten betören nicht nur mit ihrem schönen Duft, man kann mit den Rosen auch sehr viel ausprobieren. Wie zum Beispiel eine Rosenmarmelade kochen. Man nimmt dafür Duftrosen, die ungespritzt sind.
10 handvoll Blüten - Blätter, frische, von Rosen 1 Pck. Gelierzucker, 2:1 oder 3:1 1 Liter Wasser 2 Stück Zitrone(n), den Saft 1 Pck. Vanillezucker
Die angegebenen Zutaten vermengen und 20 Minuten kochen. Saubere Gläser mit Rum ausspülen, die Marmelade sofort heiß einfüllen und die Gläser verschließen.
Zubereitungszeit: 30 Minuten Rezept
Auch in der Geschichte hat diese Blume eine bemerkenswerte Rolle gespielt:
„Die beiden englischen Adelshäuser (House of York) und Lancaster (House of Lancaster), zwei verschiedene Zweige der Plantagenet, die ihren Stammbaum auf König Edward II zurückführen konte, rauften im 15. Jhdt. miteinander um den Thron. Dieser blutiger Bürgerkrieg, der von 1455 bis 1487 dauerte, wird der "Rosenkrieg" genannt, denn York führte die weisse, (Rosa x alba 'Maxima') Lancester die rote Rose (Rosa gallica 'Officinalis') im Wappen.
Das blutige Drama kostete drei Königinnen das Leben; das Haus Lancaster siegte.
Als Heinrich VII , ein Angehöriger des Hauses Lancaster sich dann 1486 mit Elisabeth von York vermählte, vereinigte er durch diese Vernunftheirat die beiden Häuser zu einer friedlichen Großfamilie Englands.
Auch über das Wappen einigte man sich schnell:
die weiße Rose wurde auf die rote gelegt.
So entstand die heutige Wappenrose des englischen Königshauses, die "Tudor-Rose". Zum Gedenken an diese Lösung wurde die weissrot gestreifte York and Lancaster Rose gezüchtet.
Shakespeare hat die englischen Rosenkriege in seinem Drama Heinrich VI berühmt gemacht...
Plantagenet
Es pflücke, wer ein echter Edelmann
Und auf der Ehre seines Bluts besteht,
wenn er vermeint ich bringe Wahrheit vor
mit mir von diesem Strauch `ne weiße Rose
Somerset
So pflücke, wer kein Feiger ist noch Schmeichler
Und die Partei der Wahrheit halten darf,
mit mir von diesem Dorn `ne rote Rose"
Weiter über die Rosenkriege

Oder man nimmt schliesslich einfach ein entspannendes Bad mit den Rosenblättern.
Welt der Rosen und Blumensprache.
P.S. Das waren meine Hände auf den Fotos.

5. Januar 2007

Wein, Kabale und Erotik

"Trinke Wein! Dies ist das ewige Leben! All das wird dir durch die Jugend zu teil werden. Es ist die Zeit für Wein, Rosen und trunkene Freuden! Erfreue dich an diesem Augenblick, dieser Augenblick ist dein Leben!"

- so wendete sich Olivier Martinez an Diane Lane im Film "Untreu". Wozu es später (ver)führte, erfährt man, wenn man sich den Film weiter anschaut...

Bloß der Geruch vom Wein in einer bestimmten Atmosphäre, der Geschmack von ihm an den Lippen der Geliebten ist etwas, was betrunkener macht, als der Genuss von ihm selbst. Ich vertrage Alkohol leider gar nicht, so dass maximal ein-zwei Schlücke davon meinen Hals entlang gleiten können...


Friedrich Schiller vermochte es, in seinen jungen Jahren die Lust am Wein zu entdecken, aber auch seine Gefühle.
"Schiller schrieb im thüringischen Bauerbach "Kabale und Liebe." In dem Drama geht es um die Liebe eines Präsidentensohnes zu einer bürgerlichen Musiker-Tochter. Auch Friedrich Schiller war zu dieser Zeit verliebt. Das merkt man seinem Werk deutlich an. 1782/83 - Schiller war 23 - entflammte er nämlich für die 16-jährige Charlotte von Wolzogen, die als wunderschön, blond, keck, zierlich und sogar engelsgleich beschrieben wurde. Er denkt an Heirat. Nicht zuletzt aus Standesgründen wurden gleich zwei seiner Heiratsanträge ausgeschlagen. Schiller nutzte Charlotte als Vorbild für seine Luise Millerin in "Kabale und Liebe". Schließlich macht er sich nach Mannheim auf, ohne Charlotte Lebewohl zu sagen. Er zieht die Dichtung einem Mädchen vor." Über Kabale und Liebe
Das Essen und Trinken wurden oft mit der Sexualität in Verbindung gebracht, wie es in der frühgriechischen, besonders iambischen Dichtung der Fall war:
"Die metaphorische Umschreibung von Sexualhandlungen oder Sexualorganen mit Hilfe von Nahrungsmitteln oder Essenshandlungen, wie das in der alten Komödie durchaus beliebt scheint, ist schon in der frühgriechischen Lyrik mehrfach zu belegen. (...)
Wein und Weingenuß können daher so unverfängliche wie eindeutge Symbole einer erotischen Szenerie sein wie bei Sappho fr. 2,13 ff. Voigt/L.-P., wo Kypris in einem Lied als Weinschenkin berufen wird. Auch bei Hipponax fr. 22 Degani bereitet das gegenseitige Zutrinken von Mann und Frau aus dem ,Melkgefäß‘, nachdem der pa›w zuvor (fr.21) den Becher zerbrochen hatte, ohne Zweifel den erotischen Fortgang des Zusammenseins vor – wobei eben das Trinkgefäß derSzene doch einen vulgären Ton verleihen mag. Und eindeutig ist auch die Aufforderung Anakreons an ein Mädchen (fr. 44 PMG), seine Gastfreundschaft auch ihm zukommen zu lassen, auch ihn, den Dürstenden, trinken zu lassen.(…) Wieder ist es der weibliche Partner, der die ,bewirtende‘ Rolle spielt oder spielen soll, wie das wohl meistens impliziert ist, wenn Essen als Bildgeber für Sexualität oder den Sexualakt verwendet wird. Allein die bloße Bezeichnung des weiblichen Sexualorgans mit einer Speise (Seeigel, Feige) läßt die Rolle des Mannes als aktiv, die der Frau als passiv verstehen oder unterstreicht zumindest den Objektstatus der Frau.
In klassischer Zeit, darauf weist Foucault hin, hat die Körperlichkeit, die Essen und Sexualität auszeichnet, insbesondere zu einer analogen moralischen Problematisierung geführt. Essen und Sexualität gehören zu den die Menschen mit den Tieren verbindenden Aktivitäten, und die sich aus ihnen ergebenden Lustempfindungen bergen „in dem verweilenden Schwelgen“, wie Aristoteles etwa sagt, die Gefahr der ,Zuchtlosigkeit‘ in sich: „Dies aberwird sowohl beim Essen als auch beim Trinken als auch bei der Liebeslust ganz durch den Tastsinn vermittelt.“ Mehr
"Es ist kein Sex..., es ist Liebe...", - heißt es auf Russisch in diesem Werbeclip zum alkoholischen Getränk Tekiza.


Nun beende ich es wieder mit dem unübertreffenden E. Fried zur Lust, wenn auch ohne Wein:

Zwischenspiel
Und wenn mein Zeigefinger
schon nass ist von dir
mir noch Zeit nehmen
und mit seiner Kuppe
auf deinen Bauch
ein Herz malen
so dass dein Nabel
mitten im Herzen die Stelle ist
wo angeblich Amors Pfeil
das Herz durchbohrt hat
und dann erst
wenn du erraten hast
dass es ein Herz war
was ich auf dich gezeichnet habe
...

1. Januar 2007

Mein kleiner grüner Kaktus

Mein kleiner grüner Kaktus
Mein kleiner grüner Kaktus
steht draußen am Balkon,
hollari, hollari, hollaro.
Was brauch ich rote Rosen,
was brauch ich roten Mohn,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ein Bösewicht
was Ungezognes spricht,
dann hol ich meinen Kaktus
und der sticht, sticht, sticht.
Mein kleiner grüner Kaktus
steht draußen am Bakon,
hollari, hollari, hollaro.

Comedian Harmonists sangen einst von einem grünen Kaktus.

Bild: Comedian Harmonists in Leipzig, Quelle: wikipedia

Achtung. Selten. Tenor, Bass (Berufssänger, nicht über 25), sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble unter Angabe der täglich verfügbaren Zeit gesucht. Ej. 25 Scherlfiliale, Friedrichstr. 136.“,- so hieß es in der Annonce vom 18. Dezember 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger. Dies führte letztendlich auch zur Entstehung von Comedian Harmonists. Über das beliebte und erfolgreiche Sextett, deren drei arische Mitglieder nach 1935 in Deutschland verblieben, und drei jüdische Nichtarier das Land verlassen mussten, liest man hier weiter.

Zum Thema Kaktus vertiefe ich mich ein wenig auch ausserhalb der Musik. Es gibt eine exotische Frucht - die Kaktusfeige.

Wikipedia-Bild: Kaktusfeige (von Ohrenschmalz)
Die aromatischen Früchte schmecken etwas nach Birne und müssen nach der Ernte noch so lange nachreifen, bis sie dunkelgelb, rötlich oder braun sind. Das Fruchtfleisch der Kaktusfeige ist leicht körnig und wäßrig. Die kleinen Kerne werden mitgegessen. Zum Verzehr schneidet man die Kaktusfeige auf und löffelt sie aus. Aus dem Fruchtfleisch wird auch Konfitüre und Likör hergestellt.

Kaktusfeigensorbet
500 g Kaktusfeigen; geschält und - grob gehackt, 250 g Zucker, 250 ml Wasser,1 EL Grand Marnier.

Das Fruchtfleisch der Kaktusfeigen im Mixer oder in der Küchenmaschine pürieren. Durch ein Sieb in eine Schüssel passieren. Zucker und Wasser in einem kleinen Topf kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, und den Sirup kalt werden lassen. Zuckersirup und Grand Marnier unter das Kaktusfeigenpüree rühren und in der Eismaschine gefrieren lassen."
Quelle
"Wissenschaftler von der Tulane-Universität in New Orleans (der Mardi-Gras-Stadt, die sich seit Jahrhunderten ein Jahr ohne Aschermittwoch wünscht), behaupten, den Spätfolgen des Alkoholrauschs nun beigekommen zu sein. Ausgerechnet aus der Haut einer Kaktusfeige soll der Extrakt stammen, der den Morgen nach der Alkohol-Orgie erträglich macht.(...)"
Zuletzt nicht zu vergessen ist, dass das Wort Sabre zwar eine Kaktusfeige bedeutet. So bezeichnet man auch die in Israel geborenen Israelis.