Wie lang erhält sich Leid,
Wie hoch ertönt sein Hochmut.
Ins Unermessliche steigt Schmerz,
Nur Lippen wahren Demut.
Die Hände fest gebunden
Am Rande der Vernunft -
Der Körper zuckt in Qual
Und wählt des Todes Mut.24.12.2006
Carmen schreckt die Männer sehrWas ist aus George Bizets Oper der Emanzipation geworden? Drei neue Inszenierungen in Berlin, Antwerpen und Dresden zeigen mehr Asche als FreiheitsglutKürzlich lief der berühmte Carmen-Film von Carlos Saura wieder im Fernsehen, und man konnte noch einmal der Flamencotänzerin Laura del Sol begegnen: Wie sie sich von der unscheinbaren Elevin zu einer verachtungsstolzen, starken Frau wandelt. Wie ihr als Carmen das Unabhängigkeitsfeuer aus den weit aufgerissenen Augen lodert. Wie sie die Absätze fordernd im Maschinengewehrtempo knallen lässt und ihre Brüste führt »wie die Hörner eines Stiers«, so hatte es ihre alte Flamencolehrerin verlangt. Der Film bildete, als er 1983 in die Kinos kam, den Scheitelpunkt einer regelrechten Carmen-Welle, zusammen mit Peter Brooks gefeierter Theater-Carmen, Francesco Rosis Kinoversion der Bizet-Oper und vielen anderen Produktionen. Laura del Sol trat auf als Verheißung einer Weiblichkeit, die sich wortkarg, aber mit ungemeiner Körperlichkeit einfach mehr vom Leben nimmt und emanzipatorische Selbstbehauptung mit ungebändigter Lust selbstverständlich in Einklang bringt. Die Volkshochschulkurse für Flamenco waren damals ausgebucht.In Berlin eine edel-kalte Göttin, in Antwerpen eine SchlampeHeute, so scheint es, ist Carmen kein Versprechen mehr. Aufbruchsstimmung will sich nicht mehr an ihr entzünden. Man spürt es sofort, wenn sie die Opernbühne betritt. (…) Mehr
„Choreograf Antonio bereitet mit seiner Truppe eine Tanz-Variante von Georges Bizets berühmter Oper "Carmen" vor. Dabei sucht er natürlich die Idealbesetzung für die Hauptrolle. Als er mit der hübschen Carmen die optimale Darstellerin findet, verliebt sich Antonio in sie. Es kommt wie es kommen musste: Die Tragödie der Oper wiederholt sich innerhalb der Tanzgruppe. In Antonios Alltags- und Arbeitswelt vermischen sich Bühnengeschehen und Wirklichkeit immer mehr, die Liebe wird durch Eifersucht und Hass zerstört...
Mit dieser Flamenco-Ballett-Version der bekannten Bizet-Oper um Liebe, Leidenschaft und Eifersucht erntete Carlos Saura auch international viel Lob. Dieses Werk, in dem Wirklichkeit und Fiktion, Innen- und Bühnenwelt ineinander fließen, war nach "Bluthochzeit" die zweite Zusammenarbeit zwischen Saura und Antonio Gades, dessen brillante Choreographie wesentlich zum Gelingen des Films beiträg. Neben der Musik der Opernvorlage erklingt packender Flamenco aus der Feder des Gitarristen Paco de Lucia.“ Quelle
„Auf mehreren Ebenen vollzieht der Film eine ebenso intelligente wie sinnlich-poetische Analyse der „Carmen„-Motive, erforscht ihre aktuelle Bedeutung ebenso wie ihre mythische Zeitlosigkeit. Sauras Bearbeitung unterscheidet sich von konventionellen Adaptionen vor allem dadurch, daß sie den Prozeß der Bearbeitung selbst zum Thema macht und den Verbindungslinien zwischen Kunst und Leben nachspürt. Brillant gestaltete Tanzszenen und eine mitreißende Musikbegleitung von Paco de Lucia, der Bizets Kompositionen auf ihre Wurzeln in der spanischen Volkskultur zurückführt." Quelle
"Schiller schrieb im thüringischen Bauerbach "Kabale und Liebe." In dem Drama geht es um die Liebe eines Präsidentensohnes zu einer bürgerlichen Musiker-Tochter. Auch Friedrich Schiller war zu dieser Zeit verliebt. Das merkt man seinem Werk deutlich an. 1782/83 - Schiller war 23 - entflammte er nämlich für die 16-jährige Charlotte von Wolzogen, die als wunderschön, blond, keck, zierlich und sogar engelsgleich beschrieben wurde. Er denkt an Heirat. Nicht zuletzt aus Standesgründen wurden gleich zwei seiner Heiratsanträge ausgeschlagen. Schiller nutzte Charlotte als Vorbild für seine Luise Millerin in "Kabale und Liebe". Schließlich macht er sich nach Mannheim auf, ohne Charlotte Lebewohl zu sagen. Er zieht die Dichtung einem Mädchen vor." Über Kabale und Liebe
"Die metaphorische Umschreibung von Sexualhandlungen oder Sexualorganen mit Hilfe von Nahrungsmitteln oder Essenshandlungen, wie das in der alten Komödie durchaus beliebt scheint, ist schon in der frühgriechischen Lyrik mehrfach zu belegen. (...)Wein und Weingenuß können daher so unverfängliche wie eindeutge Symbole einer erotischen Szenerie sein wie bei Sappho fr. 2,13 ff. Voigt/L.-P., wo Kypris in einem Lied als Weinschenkin berufen wird. Auch bei Hipponax fr. 22 Degani bereitet das gegenseitige Zutrinken von Mann und Frau aus dem ,Melkgefäß‘, nachdem der pa›w zuvor (fr.21) den Becher zerbrochen hatte, ohne Zweifel den erotischen Fortgang des Zusammenseins vor – wobei eben das Trinkgefäß derSzene doch einen vulgären Ton verleihen mag. Und eindeutig ist auch die Aufforderung Anakreons an ein Mädchen (fr. 44 PMG), seine Gastfreundschaft auch ihm zukommen zu lassen, auch ihn, den Dürstenden, trinken zu lassen.(…) Wieder ist es der weibliche Partner, der die ,bewirtende‘ Rolle spielt oder spielen soll, wie das wohl meistens impliziert ist, wenn Essen als Bildgeber für Sexualität oder den Sexualakt verwendet wird. Allein die bloße Bezeichnung des weiblichen Sexualorgans mit einer Speise (Seeigel, Feige) läßt die Rolle des Mannes als aktiv, die der Frau als passiv verstehen oder unterstreicht zumindest den Objektstatus der Frau.In klassischer Zeit, darauf weist Foucault hin, hat die Körperlichkeit, die Essen und Sexualität auszeichnet, insbesondere zu einer analogen moralischen Problematisierung geführt. Essen und Sexualität gehören zu den die Menschen mit den Tieren verbindenden Aktivitäten, und die sich aus ihnen ergebenden Lustempfindungen bergen „in dem verweilenden Schwelgen“, wie Aristoteles etwa sagt, die Gefahr der ,Zuchtlosigkeit‘ in sich: „Dies aberwird sowohl beim Essen als auch beim Trinken als auch bei der Liebeslust ganz durch den Tastsinn vermittelt.“ Mehr
ZwischenspielUnd wenn mein Zeigefinger
schon nass ist von dir
mir noch Zeit nehmen
und mit seiner Kuppe
auf deinen Bauch
ein Herz malen
so dass dein Nabel
mitten im Herzen die Stelle ist
wo angeblich Amors Pfeil
das Herz durchbohrt hat
und dann erst
wenn du erraten hast
dass es ein Herz war
was ich auf dich gezeichnet habe
...
"Sie galten im Filmgeschäft als unzertrennlich wie vor ihnen nur Laurel und Hardy und nach ihnen nur Merchant und Ivory oder die Brüder Coen. Hanna/Barbera ist ein Markenzeichen im Trickfilm, und es hat Bestand seit 1940, als „Puss Gets the Boot“ herauskam, ein Kurzfilm des MGM-Studios, für den zwei Regiedebütanten gemeinsam verantwortlich zeichneten: William Hanna und Joseph Barbera.Die Geschichte für ihren Erstling hätten sie kaum banaler wählen können. Eine böse Katze jagt eine pfiffige Maus. Natürlich geht alles gut aus. Auch für Hanna und Barbera: „Puss Gets the Boot“ wurde für den Oscar nominiert, aber den gewann dann ein Konkurrent aus dem eigenen Haus: „The Milky Way“ ihres Vorgesetzten Rudolf Ising. So blieb der Frieden im chaotischen MGM-Trickstudio erhalten, Hanna/Barbera durften weitere Trickfilme anfertigen und bekamen sogar eine eigene Abteilung eingerichtet. (…)Dabei waren beide nur durch die Wirtschaftskrise zum Trickfilm gekommen. Hanna, geboren 1910, war Journalist und mußte sich mangels Aufträgen 1931 als Hilfskraft verdingen: Er wusch die Farben von benutzten Trickfilmfolien ab, damit sie wiederverwertet werden konnten. Barbera, Jahrgang 1911, war in New York zum Buchhalter ausgebildet worden, fand aber nur mit seinem Hobby als Karikaturist in den frühen dreißiger Jahren noch ein Auskommen. Beide landeten schließlich in einem gemeinsamen Büro bei MGM in Hollywood, und dort wurden „Tom und Jerry“ geboren - und durch sie auch Hanna/Barbera.Sie ergänzten sich perfekt: Hanna war der schnelle Schreiber, Barbera der virtuose Zeichner. Was der eine an Ideen entwickelte, brachte der andere als schnelle Skizzen zu Papier, und wenn sie den Studioleitern ihre Filmvorhaben vorstellten, machten sie daraus regelrechte Shows, in denen sie selbst die Rollen von Tom und Jerry spielten. Mehr als hundert Filme mit Katz und Maus schrieben und inszenierten Hanna und Barbera gemeinsam." Weiter
"Lesen Sie doch bitte den "Faust", zumal den ersten Teil, und überlegen Sie sich, warum Faust das Gretchen liebt und nicht die Marthe. Und warum hat sich der alte Goethe um die Gunst der kleinen Ulrike von Levetzow bemüht? Übrigens wurde mir vertraulich erzählt, daß auch in Bremerhaven, man hätte es nicht geglaubt, gelegentlich ein beträchtlicher Altersunterschied zwischen den Herren und Damen beobachtet wird. Die Menschen sind eben schamlos."
UngeplantDaß ich
viel zu alt bin
für dich
oder dass du
zu jung bist für mich
das sind alles
gewichtige Argumente
die entscheidend wären
in den Lehrwerkstätten
in denen
die aufgeklärteren Menschen
sich ihre berechnete Zukunft
zurechtschneiden
streng nach Maß(E. Fried. Aus "Vorübungen für ein Wunder")