7. Juni 2011

Puppe

Ich habe ihn erfunden
Aus Tausenden von Scherben.

Was ist der Sinn eines Regentropfens, der mit geballter Kraft auf den Kopf fällt... Nicht mehr, als denjenigen Glücklichen nass zu machen. Der leise Weg des Wassers findet sich in dem Wirrwarr der Haare und strömt über das Gesicht. Rechts ein Fluss, links der Ozean und in der Mitte eine Pfütze - das alles an einem einzigen Körper. Es regnet heftiger, es strömt häufiger. Nie mochte sie den Regen, doch über die Sonne schreiben sich die Gedichte nicht so flüssig, wie über das Nasse, dessen Vorübergehen man wünscht.
Sie schaute sich ihre Adern an. Wegen ihm, sich wegen Sebastian umbringen? Blau leuchteten sie, die Wege, ihre Haut in den Handgelenken war ziemlich dünn, durchlässig, fein, wie diejenige einer Puppe, jeder einzelne Blutweg war leicht zu finden. Nicht wegen Sebastian, aus Grund des Stillens des Schmerzes. Der Gedanke verweilte eine Minute (sie berührte sogar ihre Hände an den gewissen Stellen, jedoch erschreckte sich selbst, dass sie sich gar nicht mehr aufschreckte, sich so etwas vorzustellen) und lief weg, wie eine Spinne, die über Sommer ihr Zuhause hinter der alten Heizung finden konnte. Jemand klopfte an dem Heizkörper, es kam von unten, als ob er die bösartigen Geister vertreiben und die Ankunft einer neuen Ära ankündigen wollte. Sie fand das tote Ungeziefer am Boden. Bis zum nächsten Anfall der Kraftlosigkeit und Atemschwere. Sie bekam keine Luft und erstickte bei solchen Gedanken. Man soll also den Schmerz ausleben und sich als schwach bezeichnen. All die Werners, Philips und Sebastians überleben.

06. Juni 2011

24. Mai 2011

Nasenbluten

Als der kalte Dezember noch wehte...


* * *
Ich reiß dich aus, aus mir, aus meinem Körper.
Die Fäden, die mein Herz vergiften, sind zu lang.
Ich ziehe sie aus mir, sie fliegen umher, bleiben hängen.
Fest hast du mich an dich genäht, du hältst den Arm
In deinen Klauen des Schmerzes und der Unschuld.
Nie wieder will ich dich in deiner Nähe sehen
.
Nie wieder will ich dein Gesicht vermissen und dein Blau.
Nie wieder werde ich zur Sklavin, gar nie mehr.

Du liebst mich und vernichtest mich im Gleichen.
Sieh zu, dass du auch ohne mich auskommst.
Ich nehme meine Seele und Verwandtschaft,
Das Licht geht mit der Kerze morgens aus.
Mit jener Kerze aus dem Schmerz der Magengrube - 
Mit jener Kerze aus dem Nasenbluten aufs Papier - 
Mit jener brennenden und folternden Unruhe - 
Es waren ich und Rhein, der sich an mir verging.

22. Dezember 2010


Pink Floyd "Hey You" 


23. Mai 2011

Michail Barishnikov

Michail Barishnikov...

Das Lied im Video ist die Vertonung eines Gedichts von Joseph Brodsky "Neuzheli ne ya" mit einigen Bildern aus Sankt Petersburg, gesungen von Svetlana Surganova (sollte ich eine Übersetzung ausfindig machen, wird sie nachgereicht)

20. Mai 2011

Seine Küsse

Für F. P.
 
* * *
Mit erstem Kuss wird Wind mich sanft umarmen.
Mit zweitem Kuss wird Gras sich um die Füße klammern.
Mit drittem werden Knie weich und rote Wangen.
Mit viertem Kuss reißt er mein Herz heraus im Wahnsinn.

Er wird mich halten, treu umklammern,
Denn er ist Wind mein und ist Gras mein.
Nur er bringt in mich Feuer - Flammen.
Ich sehne mich nach seinen Blicken,
Ich sehne mich nach trocknen Lippen,
Ich sehne mich nach teuren Worten,
Ich sehne mich nach unsrer Torheit.

19. Mai 2011

19. Mai 2011

Antisemiten als Koalitionspartner?

Die Frankfurter Rundschau hat gestern eine Studie zu den Antisemiten in der Linkspartei zum Download angeboten.

Ein kleiner Auszug aus dem Artikel:

"In der Partei Die Linke äußern sich regelmäßig Antisemiten. Das Spitzenduo Gesine Lötzsch und Klaus Ernst schweigt dazu bisher. FR-online.de bietet die bisher unveröffentlichte Studie nun zum Download an.
Diese Frage könnte Grünen und Sozialdemokraten in den Ohren klingen: „Antisemiten als Koalitionspartner?“ So haben der Gießener Sozialwissenschaftler und Antisemitismusexperte Samuel Salzborn und Sebastian Voigt von der Universität Leipzig eine Studie überschrieben, die sich mit der Linkspartei beschäftigt. In der noch unveröffentlichten Arbeit heißt es, „linke Selbstimprägnierungsstrategien“ täuschten darüber hinweg, „dass sich sogar im parlamentarischen Spektrum der bundesdeutschen Linken inzwischen eine Kraft etabliert hat, die antisemitische Positionen in ihren Reihen toleriert“.
Seit März liegt die Arbeit zur Begutachtung bei einer politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift. Darum tauchen die jüngsten antisemitischen Skandale darin noch gar nicht auf: Vor wenigen Wochen fand sich auf der Internetseite des Duisburger Kreisverbandes ein Flugblatt, in dem vom „sogenannten Holocaust“ die Rede war. Im Kopf: ein in ein Hakenkreuz changierender Davidstern.
(...)
Sogar Bundestagsfraktionschef und Partei-Ikone Gregor Gysi hielt 2008 eine Grundsatzrede, in der er „Solidarität mit Israel“ anmahnte. Mittlerweile ist Gysi in der Frage jedoch abgetaucht. Studienautor Salzborn sieht gar „diejenigen, die auf den Antisemitismus hinweisen, zunehmend isoliert“. Im Fazit sind die Autoren skeptisch, ob die Partei das Problem in den Griff bekommt.
Dabei könnte ein offensiver Umgang ein dunkles Kapitel schließen helfen. Die Anfälligkeit der Linken, die sich in weiten Teilen als immun gegen Antisemitismus wahrnimmt, leiten die beiden Forscher aus der Geschichte ab. So habe die DDR unter der Staatspartei SED die NS-Geschichte und die Komplizenschaft großer Teile der Bevölkerung nie richtig aufgearbeitet. Der Nationalsozialismus sei als „Verschwörung einer kleinen Gruppe von Finanzkapitalisten“ dargestellt worden. „In dieser Hinsicht war das antifaschistische Selbstverständnis der DDR eine staatliche Legitimationsideologie, die zur Feindschaft gegen Israel und zur Unterstützung arabischer Diktaturen als Verbündete im antiimperialistischen Kampf diente“: Hier das kapitalistische Israel, da unsere Brüder im Geiste. Auch im Westen habe die Linke eine unselige Traditionslinie übernommen: „Die Judenfrage, die nach dem Massenmord tabuisiert war, wurde bald durch die Frage nach dem Verhältnis zum jüdischen Staat Israel abgelöst, das bis heute für ständige Kontroversen sorgt.“ den Artikel weiter lesen


16. Mai 2011

Yerushalayim Shel Zahav

Ofra Haza "Yerushalayim Shel Zahav"



""Jerusalem aus Gold" mit seiner einprägsamen Melodie beschreibt die in Gold getauchte Stadt mit einer "Luft so klar wie Wein". Obgleich ein poetisches Lied, wurde es 1967, kurz vor der Eroberung des Ostteils Jerusalems mit allen Heiligen Stätten zu einem sinnlichen Schlachtlied…." weiter lesen (Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 29. April 2008)


Verse 1

Avir harim tsalul k'yayin
Vereiyach oranim
Nissah beru'ach ha'arbayim
Im kol pa'amonim.

The mountain air is clear as water
The scent of pines around
Is carried on the breeze of twilight,
And tinkling bells resound.

U'vtardemat ilan va'even
Shvuyah bachalomah
Ha'ir asher badad yoshevet
Uvelibah - chomah.

The trees and stones there softly slumber,
A dream enfolds them all.
So solitary lies the city,
And at its heart -- a wall.

Chorus:

Yerushalayim shel zahav
Veshel nechoshet veshel or
Halo lechol shirayich Ani kinor.
x2

Oh, Jerusalem of gold,
and of light and of bronze,
I am the lute for all your songs.
x2

Verse 2

Chazarnu el borot hamayim
Lashuk velakikar
Shofar koreh behar habayit
ba'ir ha'atikah.

The wells are filled again with water,
The square with joyous crowd,
On the Temple Mount within the City,
The shofar rings out loud.

Uvme'arot asher baselah
Alfei shmashot zorchot
Nashuv nered el Yam Hemalach
B'derech Yericho

Within the caverns in the mountains
A thousand suns will glow,
We'll take the Dead Sea road together,
That runs through Jericho.

Chorus:

Yerushalayim shel zahav
Veshel nechoshet veshel or
Halo lechol shirayich Ani kinor.
x2

Oh, Jerusalem of gold,
and of light and of bronze,
I am the lute for all your songs.
x2

Verse 3

Ach bevo'i hayom lashir lach
Velach likshor k'tarim
Katonti mitse'ir bana'ich
Ume achron ham'shorerim.

But as I sing to you, my city,
And you with crowns adorn,
I am the least of all your children,
Of all the poets born.

Ki shmech tsorev et hasfatayim
Keneshikat saraf
Im eshkachech Yerushalayim
Asher kulah zahav.

Your name will scorch my lips for ever,
Like a seraph's kiss, I'm told,
If I forget thee, golden city,
Jerusalem of gold.

Chorus:

Yerushalayim shel zahav
Veshel nechoshet veshel or
Halo lechol shirayich Ani kinor.
x2

Oh, Jerusalem of gold,
and of light and of bronze,
I am the lute for all your songs.
x2