2. Januar 2007

Inspiration heißt Muse

Was bewegte grösste Künstler?

Auguste Rodin
Vor einigen Monaten war ich in der Ausstellung von Rodin in Hamburg und konnte seine einzelnen Werke betrachten.

Camille Claudel (1864–1943) und Auguste Rodin (1840–1917) trafen sich in Paris im Jahre 1882. Claudel, erst 17 Jahre alt, wollte Bildhauerin werden. Der 41-Jährige Rodin erreichte zu der Zeit bereits den Höhepunkt seiner blendenden Karriere.

Camille Claudel
Wie tragisch es sich entwickelte und welche Werke es mit sich brachte, findet man auf dieser Seite.

Rodin selbst benannte das Model für Danaid nicht, doch die meisten Kritiker sind sich darüber einig, dass es sich dabei um Camille gehandelt hat.

Bild: Camille Claudel, Vertumnus and Pomona, 1905. Marble. Musée Rodin, Paris

  • Musee Rodin in Paris
  • Der Film über Claudel und Rodin mit Isabel Adjani und Gerard Depardie gewann 1989 den Cezar.


Francesco Petrarca
Einst studierte der grosse italienische Dichter Francesko Petrarca (1304-1374) Jura, widmete sich aber nach 10 Jahren der Dichtung. Bekannt ist auch seine unerreichbare Liebe an Laura - eine junge Frau, der er begegnete, und an die er Hunderte von Sonetten richtete. Mehr

"Diese Liebe steht im Mittelpunkt seines berühmten Gedichtbandes „Liederbuch“, Canzoniere, der aus zwei Teilen besteht: 263 Gedichte sind an die lebende Laura, 103 an die verstorbene gerichtet. Diese Gedichte schufen die maßgebenden Formen der europäischen Lyrik für die kommenden Jahrhunderte; sie wurden zum Muster aller künftigen Sonette, aber auch für Kanzonen und Madrigale." Weiter

"Aus dem Italienischen übernommener weiblicher Vorname, der auf einen lateinischen Personennamen der Kaiserzeit (zu lat. laurus »Lorbeer«, lat. laurea »Lorbeerbaum, Lorbeerkranz«) zurückgeht. Der Name war ein Wunschname, der auf die Schönheit der Pflanze und auf den Lorbeerkranz als Symbol des Sieges anspielte; bei den frühen Christen war der Lorbeerkranz auch Symbol des Martyriums. Der Name wurde in Deutschland durch Petrarcas Sonette und Kanzonen an seine unerreichbare Geliebte Laura bekannt. Petrarca selbst deutet den Namen als »Lorbeer, Lorbeerbaum« (ital. lauro) und setzt ihn mit griech. daphne (»Lorbeer, Lorbeerbaum«) gleich. Laura war für ihn so unerreichbar wie die in einen Lorbeerbaum verwandelte Nymphe Daphne für Apollo. Von Petrarca inspiriert schrieb Schiller seine Gedichte an Laura, die zur Verbreitung des Namens um 1800 beitrugen. Eine weitere literarische Gestalt ist Laura Hummel in Gustav Freytags Roman »Die verlorene Handschrift«. Laura gehört heute zu den international beliebten Namen." Duden

Salvador Dali

"My Wife, Naked, Looking at her own Body is one of several portraits of Gala where she is viewed from the rear. Dalí said that he had instantly realized Gala was the incarnation of his childhood love, the woman he waited for, upon seeing her back, which he believed had the ideal form. In his autobiography The Secret Life of Salvador Dalí, he wrote that Gala's image was "comparable to the serene perfection of the Renaissance" and that she was "as well painted as a Raphael".
On the wall to the right of Gala is a Grecian stone head, which emphasizes the Classical style of the painting. Apart from the Surrealist architectural Gala, this painting could be regarded as Classical.
Gala looks ahead to see her own body, as the title explains, transforming into architecture. The ends of her hair are formed from stonework reminiscent of that seen on the self-portrait, The Great Masturbator (1929). The column that would be Gala's backbone is metallic, creating a visual commentary on the strength and tenacity of his wife. Inside the architectural Gala is the tiny figure of a man, appearing lost inside a huge cage." Quelle


George Orwell über Salvador Dali und seine Frau Gala:
"When he first meets his future wife, Gala, he is greatly tempted to push her off a precipice. He is aware that there is something that she wants him to do to her, and after their first kiss the confession is made:
I threw back Gala’s head, pulling it by the hair, and trembling with complete hysteria, I commanded: “Now tell me what you want me to do with you! But tell me slowly, looking me in the eye, with the crudest, the most ferociously erotic words that can make both of us feel the greatest shame!”
Then Gala, transforming the last glimmer of her expression of pleasure into the hard light of her own tyranny, answered: “I want you to kill me!” Weiter

Sehr grosse Bilder-Galerie von Dalis Werken online.

 
Johannes Vermeer

Schliesslich ist auch an eine fiktive Geschichte über die Magd Griet zu denken, die dem grossartigen niederländischen Maler Johannes Vermeer verfiel und wie dabei das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ im Jahre 1655 entstand.


Bild: Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Die Kritiken zu dem Film mit Colin Firth, Scarlett Johansson sind hier und hier.

What the ... Jodler is with Gwen Stefani?

Wenn ich auf ein Mal sagen würde:

Brotiche, Buabnsunn, Buschn, Culo houbn, Dompf, Eiskostn, Figata, gschtrau norret

Dann würde es nichts anderes als:

Uhr, Mondschein, Blumen, Glück haben, betrunkener Zustand, Kühlschrank, tolle Sache, total verrückt

bedeuten. Wörterbuch südtirolerisch-deutsch
Es ist südtirolerisch und an allem ist nur Gwen Stefani Schuld…


Oper und ihr Phantom

Nein, es geht hier gar nicht um das bekannte Musical. Es geht um Verdi.
Der italienische Meister Giuseppe Verdi (1813-1901) erschuf einmal Werke, deren Stimmen und Klänge den Hörer in eine aussichtslose und gleichzeitig anmutende Lage hineinversetzen. Über seinen „Otello“ werde ich später noch schreiben. 

Heute widme ich mich einer anderen Musikgeschichte.
Man verlieh ihr verschiedene Namen: Marguerite, Violetta oder Satine...

Eine Kurtisane (Prostituierte), die das Leben ihres Geliebten nicht gefährden will und auf ihr Glück ihm zu Gute verzichtet, stirbt plötzlich nach einer tödlichen Krankheit... Es gab sie wirklich, diese Frau verstarb am 03. Februar 1847 im Alter von 23 Jahren an Schwindsucht - Pariser Kurtisane Marie Duplessis. Sie war unter anderem Geliebte von Alexander Dumas d.J. und Franz Liszt.

Wahrscheinlich nicht viele von der jüngeren Generation haben sich Gedanken darüber gemacht, dass der Filmhit von Baz Luhrmann „Moulin Rouge“ (2001) mit Nicole Kidman und Ewan McGregor eine Adaption aus verschiedenen Werken der Kunstgeschichte ist, wie „Kameliendame“, „La Traviata“, „La Boheme“ und noch einiger anderer. Auch Nicole Kidman verkörperte die Rolle derselben Kurtisane.
Regisseur Baz Luhrmann hat nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt - aber gerade hinter der tollkühnen Mischung aus Kitsch und Glamour zeigt sich ein durchaus faszinierender Erzählrhythmus. Da ist nichts beiläufig zusammengeschnitten, sondern jede Szene findet ihre Brechung: die fällt einmal deftig, dann wieder ironisch aus, einmal wird sie getragen von vordergründigem Klamauk und dann wieder von verschmitztem Witz: Jedenfalls wird das, was als scheinbares Ungetüm jenseits des guten Geschmacks daherkommt, zur postmodernen Offenbachiade und hat plötzlich - Stil!
Nicole Kidman als Satine: die blasse Unnahbarkeit mit sagenhaft erotischer Ausstrahlung. So clean wirkt diese Kurtesane, dass man ihr beständig die Daumen halten möchte, Jungfrau zu bleiben. Auch nach vielen Dienstjahren wirkt sie so, als habe sie sich extra für Ewan McGregor aufgespart.“ Quelle

Bekannt wurde die Kurtisane durch den Roman „Kameliendame“ von Alexandre Dumas d. J., der bereits im Jahre 1936 mit der unvergesslichen Greta Garbo und Robert Taylor verfilmt wurde.
Die Oper „La Traviata“ von G. Verdi wurde 1853 in Venedig uraufgeführt und war damals ein komplettes Desaster. Erst später kam Ruhm und Erfolg.

Arie "Libiamo" mit Placido Domingo und Teresa Stratas:

Tragische Abschiedsarie von Violetta "Addio del passato" aus dem 3. Akt, gesungen von Teresa Stratas.


"La traviata - die "vom rechten Weg Abgekommene" - thematisiert die Utopie von der Liebe und das Scheitern dieser Utopie an den Schranken des gesellschaftlichen Wertesystems. Liebe und Tod als die beiden."Mehr
„Paris um 1850. Bei einem Fest in ihrem Pariser Salon lernt die umschwärmte Kurtisane Violetta Valéry (Teresa Stratas) den Studenten Alfredo Germont (Placido Domingo) kennen, der ihr seine Liebe gesteht. Violetta, die nicht mehr an die Liebe glaubte, kann sich der Wirkung des echten Gefühls nicht entziehen. Ohne zu wollen, verliebt sie sich in Alfredo und überreicht ihm zum Abschied eine Kamelienblüte.“Weiter
"Ein zeitgenössischer Stoff. Ein anderer würde ihn vielleicht nicht gemacht haben, wegen der Sitten, wegen der Zeiten und wegen tausend anderer Skrupel ... Ich mache ihn mit dem größten Vergnügen." (Aus einem Brief Verdis von 1853)

1. Januar 2007

Cool & Jazz

In jener kalten Jahreszeit, die in diesem Jahr nicht so richtig kalt zu sein scheint, frage ich mich nach dem kühlen Wort "cool".
Was ist cool?
"Statement eines Jugendlichen: „Zum Coolsein gehören einerseits Klamotten, es gehören Freunde dazu, vor denen man cool sein kann, wie man sich gibt. Es gehören auch Hobbys dazu. Briefmarkensammeln ist nicht cool, dafür aber Skateboardfahren. Bei der Kleidung muss die Marke stimmen. Auch die Musik ist wichtig. Ruhige, sanfte Musik, bei der man gut einschlafen kann, ist nicht cool, dafür aber Hardrock, Blackmusic, Soul, Hiphop, Rap und Techno.“
Ein anderer sagt: „Cool ist auch, wenn man seinen eigenen Weg geht, seine eigene Meinung hat und sie auch vertritt und cool ist, wenn man alles locker nimmt.“ "

Cool im Laufe der Jahrzehnte
"Von den dreißiger Jahren weiß man, dass Kriminelle „to cool“ als elegante Umschreibung für einen Mord gebrauchten. Auch wurde das Wort „cool“ in der Musikwelt, im Jazz (cool jazz), gewohnheitsmäßig verwandt. Das unterkühlte Gehabe des (schwarzen) Jazzmusikers und dessen „coole“ Ausstrahlung wurden ähnlich gesehen oder empfunden wie die des Kriminellen. Der Unterschied: Der meist schwarze Jazzmusiker hatte ganz cool sein Getto-Leid im Griff bzw. verdrängt und der Kriminelle cool das Leid, das er anderen angetan hat. Aber dieses Flair von Coolness macht aus einem guten einen außerordentlichen Musiker und aus einem Kriminellen eine Kultfigur.
In den fünfziger Jahren scheint „cool“ eine andere Bedeutung gehabt zu haben: Es scheint eher die Bezeichnung für eine Art Panzer gegen Verletzungen gewesen zu sein.

Ursprünglich war cool keine Lifestyle-Begriff, sondern eine politische Parole der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. „Keep cool“ hieß dabei sowohl die Würde bewahren als auch Kampfbereitschaft zu signalisieren. arte-tv"

War es früher heißer?
„In den Zeiten, die Shakespeare die „Blüte des Blutes“ nannte, schien das Leben intensiver, die Ereignisse hatten mehr Bedeutung, und der verrückte Flickenteppich der einzelnen Tage schien sich zu einem größeren Bild zusammenzufügen. Heute sind wir weniger gefühlsmäßig berührt. Wir sind nüchterner, wir sind stolz, dass wir in der harten Schule des Lebens gelernt haben, unsere Verluste abzuschreiben. Wir betrachten die Vergangenheit frühere Jahrhunderte mit einem milden Lächeln. Wir sind “cool“ geworden.“ Mehr
Und wenn es um Jazz geht, dann zählt Miles Davis "zu den berühmtesten Musikern des 20. Jahrhunderts. Als Begründer von "Cool Jazz", "Fusion" und "Electric Jazz" beeinflusste er populäre Musikrichtungen weit über die "improvisierte Musik" hinaus.
Als Kind hört er den Gesang der Schwarzen, den harten Blues, der von Verzweiflung, aber auch von Stolz erzählt. So sollte seine Musik klingen, erklärt Miles Davis später als Erwachsener. Am 26. Mai 1926 in Alton, Illinois geboren, wächst der Trompeter und Komponist in St. Louis in gut situierten Verhältnissen auf. Mit neun Jahren bekommt er seine erste Trompete geschenkt, mit 13 erhält er erstmals Unterricht. Nach dem Ende der High School 1944 geht Miles Davis nach New York." Weiter

Miles Davis und John Coltrane, "So what"


Mein kleiner grüner Kaktus

Mein kleiner grüner Kaktus
Mein kleiner grüner Kaktus
steht draußen am Balkon,
hollari, hollari, hollaro.
Was brauch ich rote Rosen,
was brauch ich roten Mohn,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ein Bösewicht
was Ungezognes spricht,
dann hol ich meinen Kaktus
und der sticht, sticht, sticht.
Mein kleiner grüner Kaktus
steht draußen am Bakon,
hollari, hollari, hollaro.

Comedian Harmonists sangen einst von einem grünen Kaktus.

Bild: Comedian Harmonists in Leipzig, Quelle: wikipedia

Achtung. Selten. Tenor, Bass (Berufssänger, nicht über 25), sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble unter Angabe der täglich verfügbaren Zeit gesucht. Ej. 25 Scherlfiliale, Friedrichstr. 136.“,- so hieß es in der Annonce vom 18. Dezember 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger. Dies führte letztendlich auch zur Entstehung von Comedian Harmonists. Über das beliebte und erfolgreiche Sextett, deren drei arische Mitglieder nach 1935 in Deutschland verblieben, und drei jüdische Nichtarier das Land verlassen mussten, liest man hier weiter.

Zum Thema Kaktus vertiefe ich mich ein wenig auch ausserhalb der Musik. Es gibt eine exotische Frucht - die Kaktusfeige.

Wikipedia-Bild: Kaktusfeige (von Ohrenschmalz)
Die aromatischen Früchte schmecken etwas nach Birne und müssen nach der Ernte noch so lange nachreifen, bis sie dunkelgelb, rötlich oder braun sind. Das Fruchtfleisch der Kaktusfeige ist leicht körnig und wäßrig. Die kleinen Kerne werden mitgegessen. Zum Verzehr schneidet man die Kaktusfeige auf und löffelt sie aus. Aus dem Fruchtfleisch wird auch Konfitüre und Likör hergestellt.

Kaktusfeigensorbet
500 g Kaktusfeigen; geschält und - grob gehackt, 250 g Zucker, 250 ml Wasser,1 EL Grand Marnier.

Das Fruchtfleisch der Kaktusfeigen im Mixer oder in der Küchenmaschine pürieren. Durch ein Sieb in eine Schüssel passieren. Zucker und Wasser in einem kleinen Topf kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, und den Sirup kalt werden lassen. Zuckersirup und Grand Marnier unter das Kaktusfeigenpüree rühren und in der Eismaschine gefrieren lassen."
Quelle
"Wissenschaftler von der Tulane-Universität in New Orleans (der Mardi-Gras-Stadt, die sich seit Jahrhunderten ein Jahr ohne Aschermittwoch wünscht), behaupten, den Spätfolgen des Alkoholrauschs nun beigekommen zu sein. Ausgerechnet aus der Haut einer Kaktusfeige soll der Extrakt stammen, der den Morgen nach der Alkohol-Orgie erträglich macht.(...)"
Zuletzt nicht zu vergessen ist, dass das Wort Sabre zwar eine Kaktusfeige bedeutet. So bezeichnet man auch die in Israel geborenen Israelis.

Mode

Was für ein Glück, dass die Mode heutzutage auch etwas Anderes, als diese Zeichnung Don Martins karikiert, zeigt, und dazu noch etwas fürs Auge anzubieten hat...

Wie das 24-jährige russische Model Natalia Vodianova.


Auch hier und hier ist sie zu bestaunen.