30. Dezember 2006

Robert und Clara

Ich wünsche allen, die ich schätze, unterstütze und liebe, ein emotionales, erfolgreiches, ideenreiches und glückliches Jahr 2007!
Der Briefwechsel zwischen dem berühmten deutschen Komponisten Robert Schumann (1810-1856) und seiner zukünftigen Frau Clara Schumann (geb. Wieck) (1819-1896), der am Silvester 1839 hier endet, folgt.
Wie schade, dass solche Worte heutzutage verloren gegangen sind. Es bleiben nur Briefe und die unsterbliche Musik.

Zunächst aber spielt Pierre Fournier Robert Schumann's Cello Concerto Op. 129


Clara an Robert
26. September 1837


Zweifeln Sie noch an mir? Ich verzeih es Ihnen, bin ich doch ein schwaches Mädchen! ja schwach: aber eine starke Seele hab ich - ein Herz, das fest und unveränderlich ist. Dies sei Ihnen genug, um jeden Zweifel zu unterdrücken... Bis jetzt war ich immer sehr unglücklich, doch schreiben Sie mir ein Wort der Beruhigung unter diese Zeile und ich werde sorglos in die weite Welt hinausgehen, Vater hab ich versprochen heiter zu sein und noch einige Jahre der Kunst und der Welt zu leben. So manches werden Sie von mir hören, mancher Zweifel wird sich bei Ihnen regen, wenn Sie dies oder jenes erfahren, doch dann denken Sie - Alles das tut sie ja für mich! Könnten Sie jemals wanken? nun, - so hätten Sie ein Herz gebrochen, das nur einmal liebte.
Clara


Robert an Clara
11. Februar 1838

Mein holdes geliebtes Mädchen, nun setze Dich zu mir, lege Deinen Kopf ein wenig auf die rechte Seite, wo du so lieb aussiehst, und lasse Dir manches erzählen.
So glücklich bin ich seit einiger Zeit, wie fast nie vorher. Es muß dir ein schönes Bewußtsein sein, einen Menschen, den Jahre lang die fürchterlichsten Gedanken zernagt, der mit einer Meisterschaft die schwarzen Seiten aller Dinge herauszufinden wußte, vor der er jetzt selbst erschrickt, der das Leben wie einen Heller hätte wegwerfen mögen, daß Du diesem den hellen frohen Tag wiedergegeben hast. Mein Innerstes will ich Dir offenbaren, wie ich es noch niemandem gezeigt habe. Du mußt alles wissen, Du mein Liebstes neben Gott.
Mein eigentliches Leben fängt erst da an, wo ich über mich und mein Talent klar geworden, mich für die Kunst entschieden, meinen Kräften eine wirkliche Richtung gegeben hatte. Also vom Jahre 1830 an, Du warst damals ein kleines eignes Mädchen mit einem Trotzkopf, einem Paar schöner Augen, und Kirschen waren Dein Höchstes.(...)
Jene Angst, jene fürchterliche Krankheit,(...), die einen oft nächstens packt, daß man um Hilfe schreien möchte - seitdem ich Dich kenne, bin ich fast ganz von ihr befreit.(...)
Ja, Du bist mein eigen, ja ich glaub an Deine Liebe - Du bist zu edel zum Verdacht - Clara, könnte ich Dir doch sagen, wie mich die Liebe glücklich macht, so ganz erfüllt, daß auch keine Stelle im ganzen Menschen ist, die nicht davon wiederbebte. Da wird aber Sprache und Ton unverständlich, da seh ich nur zwei umschlungene Gestalten und es will alles um mich vergehen. Du gute Clara Du.

Clara an Robert
Sylvester 1839

Den Neujahrskuß laß Dir geben, mein geliebter Robert, mit welchen Gefühlen ich das neue Jahr betrete, kann ich Dir nicht sagen, es sind freudige, aber auch ernste. Ich soll Dir nun bald ganz angehören, das erregt mich freudig, mein ganzes Lebensglück liegt dann aber auch in Deiner Hand. Ein unbegrenztes Vertrauen hab ich zu Dir, Du wirst mich ganz beglücken. Aber auch ich will Dir immer von ganzer Seele ergeben sein, mein ganzes Sinnen und Trachten ist ja Dein Glück. Gib mir Deine Hand, mein Robert, treu will ich mit dir durchs Leben gehen, alles mit dir teilen, und, kann ich es, Dir auch eine gute Hausfrau sein. Ach! Ich liebe Dich ja so innig, so ganz unendlich!
Bald Dein glückliches Weib, Deine
Clara
Quelle: Die schönsten Liebesbriefe deutscher Musiker, 1997

Robert Schumann in wikipedia.

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