28. Juli 2008

La Notte

Heute zeigt arte um 21:00 wieder ein Meisterstück der Filmgeschichte. "Die Nacht" (1961) von Michelangelo Antonioni mit Jeanne Moreau, Marcello Mastroianni und Monica Vitti.

Das intellektuelle Flirten zwischen Valentina und Giovanni, das mehr als nur Flirten offenbart:

"Synopsis: Lidia (Jeanne Moreau) und der Schriftsteller Giovanni (Marcello Mastroianni) besuchen ihren todkranken Freund, den Schriftsteller Tommaso (Bernhard Wicki), im Krankenhaus. Jeder erlebt seine Angst, Tommaso zu verlieren, auf seine Weise. Danach muss Giovanni auf eine Promotion-Party für sein jüngstes Buch. Anschließend treffen sich beide wieder zu Hause. Zwischen ihnen baut sich ein zunehmend bedrückendes Schweigen auf. Sie beschließen auszugehen. Ihre (titelstiftende) Nacht beginnt in einer Stripteasebar und endet auf einer Party in der Villa eines reichen Industriellen.
Kommentar: Der Film ist primär konzeptuell angelegt. Das Thema ist die sukzessive Auflösung eines Paares. (...)
Lidia und Giovanni werden von zwei Schauspielern verkörpert, die in ihren Heimatländern Frankreich und Italien auf dem Höhepunkt ihres Erfolges standen: Jeanne Moreau und Marcello Mastroianni. In der Gleichung taucht eine dritte Größe auf, die am Ende die unvermeidliche Beweisführung antritt: Valentina (wunderbar gespielt von Monica Vitti), die hochintelligente, desillusionierte Tochter des Fabrikanten und künftige Erbin des väterlichen Imperiums, wird von dem Paar bewusst oder unbewusst manipuliert. Am Morgen schleudert sie ihnen entgegen: „Ihr beide habt mich restlos ausgelaugt!“
(...)
Ingmar Bergman, der letztes Jahr am selben Tag wie Antonioni starb, hielt „Die Nacht“ ebenfalls für Antonionis gelungensten Film – wahrscheinlich wegen des schonungslosen Intellektuellenporträts: ein Schriftsteller, der sich fast allen ihm Nahestehenden (der Ehefrau, dem Freund, dem Geschäftsmann) verweigert und sich dadurch in eine Isolation bringt, die seinem Schaffen wenig förderlich ist. Die deprimierende Promotion-Party für Giovannis Buch wird beispielsweise als „Vorzimmer zur Berühmtheit“ bezeichnet, als eine Art offizielles Purgatorium für den Künstler. Am Ende bringt Lidia es auf den Punkt: Giovanni ist wahrscheinlich nicht besonders begabt; sein Talent steht der verborgenen Begabung Valentinas um vieles nach. Er scheint von sich selbst abgekoppelt; vielleicht ist seine ganze Substanz in sein Schaffen eingeflossen? Er sagt selbst: „Ich habe keine Inspiration mehr, nur noch Erinnerungen“.(...)" weiter lesen

""Zwei in seelischer Leere erstarrte Menschen erkennen die Vergeblichkeit ihrer Ehe und alles Irdischen. Ein trüber Morgen sieht sie in hilfesuchender Umklammerung, auf der Flucht vor dem Nichts. Antonionis brillant inszenierter Film analysiert auf höchstem künstlerischem Niveau eine der Krankheitserscheinungen unserer Zeit: die Vereinzelung des Menschen, seine Unfähigkeit zur Kommunikation. Einer der einflußreichsten Filme des europäischen Nachkriegskinos, der - nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Darsteller - auch heute noch zu faszinieren vermag." (Lexikon des internationalen Films)."Quelle

Eine überwältigende Finalszene mit dem Brief:



1 Kommentar:

daniel hat gesagt…

Damit ist erwiesen, dass ich vollkommen verdorben bin. Beim Titel fiel mir als erstes eine gewisse Nachtsendung eines gewissen Anruf-Senders ein